Nachhaltige Beschaffung

nachhaltigeinkaufen2Die Kommunen als GroßverbraucherInnen können mit ihrem Einkaufsverhalten als gutes Beispiel für alle VerbraucherInnen vorangehen und soziale Verantwortung übernehmen. Die Wirkungen sind bedeutend: Es wächst für viele Unternehmen der Anreiz, sich in Sachen Sozialstandards mehr zu engagieren, wenn die größten öffentlichen AuftraggeberInnen auf einen Nachweis über eingehaltene Öko-und Sozialstandards drängen.

Für eine Änderung bedarf es zu allererst eine Erweiterung der Aufmerksamkeit: Nicht mehr allein die Wirtschaftlichkeit im Sinne des günstigsten Preises soll das Einkaufsverhalten leiten, sondern auch die soziale und ökologische Verträglichkeit – sprich: die Nachhaltigkeit.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass eine Änderung des öffentlichen Einkaufsverhaltens machbar ist. In über 80 bundesdeutschen Kommunen wurden inzwischen Beschlüsse gegen die Beschaffung von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit gefasst. Dass es auch weitergehende Beschlüsse geben, kann zeigen die Beispiele Neuss und Düsseldorf.

Düsseldorf und Neuss haben die Vergaberichtlinien geändert und bemühen sich, ausschließlich Produkte einzukaufen, die unter Beachtung der IAO-Kernarbeitsnormen hergestellt werden, und sie beauftragen vornehmlich Unternehmen, die erklären (und nachweisen), dass sie auf die Einhaltung derartiger Normen und Standards achten.

Seit Dezember 2016 engagiert sich ein Arbeitskreis im Saarpfalzkreis für Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung.

Arbeitskreis Nachhaltige Beschaffung Saarland Ost

Kontakt
Dipl.Biologin Eva Schwerdtfeger
Leiterin der Koordinierungsstelle „Umwelt und Gesundheit“
Gesundheitsamt Homburg
Am Forum 1, 66424 Homburg

Tel. 068 41 / 104 8391
Fax. 068 41 / 104-7501
E-Mail: eva.schwerdtfeger@saarpfalz-kreis.de

Aktuell beschäftigt sich der Arbeitskreis mit der Beschaffung von Recyclingpapier. Ergebnisse werden bald hier, in der Presse und in direkten Anschreiben veröffentlicht. Wer den Arbeitskreis persönlich oder mit Informationen unterstützen kann, sei hiermit ausdrücklich herzlich eingeladen. Alleine kann man es schnell machen – gemeinsam gut!

Informationen

Dokumentation der Fachtagung am 11. September 2007: Sozial gerecht einkaufen. Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung, (Eine Welt Netzwerk Hamburg e.V. 2007)
mehr Infos hier

Sozialstandards in der öffentlichen Beschaffung: Grundlagen – Erfahrungen – Materialien, (Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. 2008) hier bestellen

Fair statt billig – Wie Kommunen und Kirchen ökologisch und gerecht einkaufen, (Publik Forum Dossier 2014) hier bestellen

Nachhaltiger Einkauf
– Einstieg für Kommunen und Kirchengemeinden, (agl – arbeitsgemeinschaft der eine welt landesnetzwerke in deutschland e.V. www.agl-einewelt.de)
PDF

Nachhaltigen Einkauf umsetzen
– Eine Orientierungshilfe für Kommunen und Kirchengemeinden
PDF

Nachhaltiger Einkauf in Kommunen
– Rechtliche Rahmenbedingungen
PDF

Kompetenzstelle Nachhaltige Beschaffung

Die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung beim Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern unterstützt öffentliche Auftraggeber bei der Berücksichtigung sozialer und ökologischer Kriterien in der öffentlichen Beschaffung. Sie informiert und berät die Vergabestellen von Bund, Ländern und Kommunen per E-Mail, Telefon und vereinzelt auch in vor Ort Gesprächen. Daneben gehört es zu den Aufgaben der Kompetenzstelle, Beschaffungsleitfäden und Informationsbroschüren zum Thema nachhaltige Beschaffung zu erstellen. Verschiedene Hilfsmaterialien und gute Praxisbeispiele sind auf der Informationsplattform zu finden.

www.nachhaltige-beschaffung.info

Informationsplattform Kompass Nachhaltigkeit

Die Informationsplattform „Kompass Nachhaltigkeit“ informiert über Möglichkeiten zur Berücksichtigung nachhaltiger sozialer und ökologischer Kriterien in der öffentlichen Auftragsvergabe. In Form einer Datenbank bietet sie detaillierte Informationen zu Nachhaltigkeitsstandards und Labels für unterschiedliche Produktgruppen. Der Kompass Nachhaltigkeit wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit betrieben.

www.kompass-nachhaltigkeit.de

Gutachten zur Einbeziehung der ILO Kernarbeitsnormen in das Vergabeverfahren

Das 2013 erstellte Gutachten von Professor Dr. Jan Ziekow zur Verankerung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) in das kommunale Beschaffungswesen gibt Aufschluss darüber, unter welchen Voraussetzungen soziale Aspekte in Vergabeverfahren implementiert werden können. Es bietet Unterstützung bei der Umsetzung vor Ort und bewertet entsprechende Beschlüsse von Kommunen

www.service-eine-welt.de/beschaffungswesen/beschaffungswesen-neuauflage_material24.html

Sustainable Procurement Resource Centre

Die Informationsplattform für nachhaltige Beschaffung des internationalen Städtenetzwerks ICLEI enthält Ausschreibungskriterien, Gutachten, Leitfäden und gute Praxisbeispiele zu zahlreichen Themen rund um die öko-soziale Beschaffung. Informationen sind in verschiedenen Sprachen erhältlich.

www.sustainable-procurement.org

Praxis-Leitfaden „Überprüfung sozialer Verantwortung entlang der Zuliefer

Der rechtliche Praxisleitfaden des Landmark Projektes stellt verschiedene Überprüfungsinstrumente für die einzelnen Phasen des Beschaffungsprozesses vor. Er soll eine Orientierung über bestehende Nachweismethoden für eine sozial verantwortliche öffentliche Beschaffung bieten und zeigt auf, wie die vorgestellten Nachweis methoden rechtlich einwandfrei umgesetzt werden können.

www.landmark-project.eu/de/leitfaeden-instrumente/

http://www.kommunen-einewelt.de/fileadmin/assets/Kommunen_Eine_Welt/2014-EWNB-KommunenundEineWelt.pdf

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